Nur Gott steht bedingungslos zu seinen inkarnierten „Kindern“.

Nur Gott steht bedingungslos zu seinen inkarnierten „Kindern“.

Aber diese Art der Liebe ist den Menschen völlig fremd.
Sie ist zu groß, um nachvollziehbar zu sein.

Die meisten Menschen sehen in dem,
was sie über Gott glauben, einen harten Kritiker.

Da ist es ganz egal, welchen Glauben sie haben.

Selbst wenn sie meinen, gar keinen Glauben zu haben,
dann ist ihr wissenschaftliches „Weltbild“ der harte Kritiker.
Der Kritiker, der darüber urteilt,
ob ihre Existenz noch das Recht hat, zu sein oder nicht.

Es wird so viel über Liebe geredet
als Weg zur Vervollkommnung.

Aber ehe ein Mensch vollendete Liebe geben kann,
muss er sie genommen haben.

Er muss aufhören,
an einen harten, neidischen, unbarmherzigen Gott zu glauben.
Egal, welchen Namen er diesem Gott gibt.

Ich bitte einen Guide, mich mit dem Engel von Heike zu verbinden.
Heike bittet um diesen Kontakt.

Ich stehe auf einem Berg oberhalb einer Hafenstadt.
Pinien stehen hier an der serpentinenreichen Straße,
die nur durch eine niedrige Feldsteinmauer vom steilen Abhang getrennt ist.
Ich selbst bin hier an einer Art Strassenbucht.
Es ist still, ich hätte vermutet, dass hier viel mehr Verkehr ist.

Das ist wunderschön.
Ein leichter Wind bringt den Duft des Meeres hier hoch.
Plötzlich mischt sich in diesen Geruch ein leichter Hauch Parfüm.

Ich drehe mich um, hinter mir steht eine kleine Frau,
sicher nicht größer als 1,55 Meter.

Sie ist sehr elegant in der Mode der dreissiger Jahre gekleidet.
Ein weinroter, kleiner Hut verdeckt das schwarze Haar kaum,
in dem erste weiße Strähnen sind.
Dazu passend ein Mantel im gleichen Rot-Ton über einem weißen Kleid,
das mit kleinen blauen Blüten am Kragen bestickt ist.

Obwohl ihre Augen fast schwarz sind, strahlen sie
und scheinen fast den hellblauen Himmel in sich aufzufangen.

Die sehr exakt geschminkten Lippen würden mich normalerweise stören.
Aber nein, so freundlich und liebevoll wirkt sie auf mich,
dass es nicht den Eindruck macht, als trüge sie eine Maske.

Guidin: ganz herzlich willkommen in meinem Sein, meine Liebe.
Ich hoffe, dir gefällt dieser Platz?

Uta. Ja, eine wundervolle Aussicht, danke.
Bist du der Guide von Heike?

Guidin: Natürlich, ja, ja…
Ich hoffe, ich bin keine Enttäuschung?

Uta. Warum solltest du?

Guidin: Oh, mich haben viele Menschen für zu klein
und zu oberflächlich gehalten, um mir so viel Bedeutung zu geben,
dass sie mir auch nur zuhörten.
Bedauerlich (lächelnd), aber das ist vorbei.

Übrigens: Falls du es nicht weißt, die Stadt da unten ist Nizza.
Oh, wie habe ich diesen Ort geliebt!

Es ist mir eine Freude, hier wieder mit meiner Heike zusammenzutreffen,
wenn auch nur über eine Vermittlerin.

Darf ich meine weiteren Worte direkt an meine liebe Freundin richten?

Du musst entschuldigen,
ich bin noch ein wenig ungeübt im Umgang mit euch Mittlern.
Jedenfalls mit solchen wie dir!

Uta. Ja, natürlich darfst du.

Sie nickt und setzt sich auf die kleine Mauer.
Aus einer eleganten Handtasche nimmt sie sich zu meinem Erstaunen
eine Zigarette, setzt ein Mundstück darauf, zündet sie aber nicht an.

Guidin: Liebste Heike, Freundin meiner Seele,
mein kleines, großes Mädchen, Mi-Lady.
Da wären wir nun, zurück in die Vergangenheit.
Gut!
(Sie benutzt häufig französische Wörter, da mein Französisch schlecht ist,
gebe ich das nicht wieder.)

Ich bin Josephine. Und das hier (macht eine weitausholende Bewegung)
war unser beider Lieblingsplatz.

Sieh nur …
(Plötzlich steht ein Oldtimer da:
Zweisitzer, offenes Verdeck, Dunkelgrün, rote Ledersitze.)

Das war ein Geschenk deines Mannes,
allerdings hat er dir nicht das Geschenk gemacht,
dir Fahrunterricht zu gönnen.

Also? Wurde ich der Fahrer 😊.

Darf ich mich vorstellen?
Josephine, von Beruf Chauffeur von Madame Marieliese.

Ah, das hat ihn geärgert, aber er konnte es nicht verhindern.

Ich will nicht weiter auf ihn eingehen,
im Grunde war er für uns beide ziemlich bedeutungslos.

Du hast ihn geheiratet, diesen viel älteren Mann, durchaus aus Liebe.

Er hat dir – so jung, wie du warst – gefallen,
weil er irgendwie wie der Vater war, den du vermisst hast.

Deiner fiel im Ersten Weltkrieg.

Aber für ihn warst du wie dieses Auto:
Schöner, beeindruckender Besitz,
der am besten funktionslos in der Garage steht.

Ah, aber er hat dich unterschätzt, du warst nicht lieb.
Naiv ja, aber nicht dumm.

Also hast du, als du endgültig wusstest, dass es bei dir
und ihm nicht um Liebe geht,
aus deiner Ehe das Beste gemacht, was dir möglich war.

Hm (lächelt), mein kluges Mädchen, von Anfang an, ja, ja…
Das Beste aus dem machen, was an Umständen da ist.
Manchmal heißt das: sich abfinden, manchmal auch nicht.

Die zwanziger und dreissiger Jahre des letzten Jahrhunderts
waren für uns Frauen selten mit Umständen gesegnet,
aus denen es für uns einen Ausweg gab.
Aber der Spielraum, daraus, was ist, das Beste zu machen,
den galt es, zu nutzen.

Das Urteil der Pessimisten – oder der Rationalisten, wie sie sich gerne nennen –
ist für Menschen wie dich oft, dass sie naiv wären oder Träumer.

Oder dass sie einen unbegründbaren Optimismus vertreten würden.
Kurz und gut gesagt: Diese Menschen glauben,
dass Frauen wie du ein bisschen zu dumm für das Leben wären.

Sie irren sich vollkommen!
In Wahrheit sind Menschen wie du Weise
und sie sind stark und mutig.

Was wollen die Pessimisten?
Nun, sie wollen sich vor Enttäuschungen schützen,
sie haben wenig Kraft, diese zu tragen.

Sie schützen sich, indem sie versuchen, auf nichts zu hoffen,
auf nichts zu vertrauen.
Das macht ihr Leben so arm, so arm an Wundern.

Du nicht, du nicht, mein Liebstes.
Die Wunder des Seins, daran hast du fest geglaubt.
Oh ja.

War das hier ein schönes Leben? Hm … in Teilen, ja.

Das Leben einer „Dame der Gesellschaft“ war die Antwort
auf eine Wahrheit deiner sich entwickelnden Seele.

Deine Seele war nicht mehr bereit, daran zu glauben,
dass klaglos erlittener Mangel sie vor Gott heiligt.
Jedenfalls materiell gab es in diesem Leben
zum ersten Mal seit Jahrhunderten diese Art Mangel nicht.

Du warst wohlhabend und verglichen mit den meisten Frauen unserer Zeit frei.

Aber was dir wirklich ein erheblicher Mangel war, das war,
dass deine Liebe zum Leben – zu allem, wirklich ALLEM, was lebt –
angenommen wurde.
Dass auf Liebe mit Liebe geantwortet wurde.

Zu deinem Wert, meine liebe Heike, zu deinem inneren Schatz,
zu deinem inneren Reichtum, zu dem gab es keinen Zugang für dich.

Du hast dir einfach nicht geglaubt, wenn etwas in dir sagte:

Genieße dein Glück, wo immer du es findest, es ist da für dich!
Ganz umsonst!

Ja, das war ein Problem, das größer und größer in dir wurde.
Es machte dich abhängig von anderen Menschen.
Von ihrer Zustimmung zumindest, von ihrer Liebe am Meisten.

Aus heutiger Perspektive würde man sagen,
dass deine Ehe unglücklich war, aber das hast du nie so gesehen.
Dein Mann zeigte dir volle Zustimmung,
was deine vielfältigen gesellschaftlichen Interessen anging.

Er zuckte nicht einmal mit der Wimper, als du auf die Idee kamst,
teure Reisen nach Ägypten und sogar Indien zu fordern.

Du durftest Wissen sammeln, wo immer und wann immer du das wolltest.
Denn eine weit gereiste und gebildete Frau zu haben,

war eine Aufwertung seiner Selbst.

Liebe war das nicht, das wusstest du.
Aber es war dir leicht, daraus das dir Beste zu machen.

Bei ihm hast du Liebe nicht vermisst,
denn auf seine Art warst du ihm wichtig, hattest du Bedeutung.

Aber bei allen anderen Beziehungen, da fehlte sie dir:
die RICHTIGE Liebe zu dir.

Irgendwas fehlte stets.
Du hattest Affären mit guten Männern.
Du hattest Freunde, die entweder große Denker oder Künstler waren.
Du wurdest in höchsten Tönen gelobt von denen, die du gefördert hast.

Aber Liebe zu DIR?
Es war Liebe zu dem, WAS du warst, WIE du dich eingebracht hast.
Das schon.
Aber wie stand es um die Liebe, die NICHT erwartet, fordert,
was von dir gebraucht wird?
Du hast so gesucht danach!

Aber weißt du, du hast da etwas Außen gesucht,
was nur innen zu bekommen ist: Zustimmung zu deinem Selbst!
Das Unverbrüchliche: Ja, ja, ja, ich bin mir! richtig!

Hm, hm…
Wem bin ich richtig?
Was muss ich tun, um dieses „Richtig“ zu finden?
Ich bin bereit, alles, alles zu tun, um es zu bekommen.

So in etwa hätte es deine Seele gesagt,
hätte sie Kontakt mit deiner Psyche gehabt.
Aber deine Psyche ließ das nicht zu:
den Kontakt mit dem tiefsten, inneren Selbst.

Mit dem, was weise und doch kindlich ist,
was groß ist und doch bescheiden,
was schenkt und doch täglich zu nehmen bereit ist.

Nein, denn dazu warst du zu beschäftigt.
Es wurde einfach nicht still um dich.
Ein Termin jagte den nächsten, ein Vorhaben folgte dem anderen.
So viele Kontakte, so viele Erlebnisse.
Aber still? Nein.
Ruhe? Nein …

Als du Leben hattest, die unter dem Mangel an finanziellen Mittel gezeichnet waren,
hast immer eine gewisse Leere gespürt.
Du hattest so viele Ideen, Dinge schön und wunderbar zu machen.
Aber wie soll eine Frau des mittelalterlichen Gefüges
je bessere Gedichte schreiben als die Männer, die auf die Burg kamen?


Sie konnte nicht schreiben, sie konnte aber erzählen.

Doch nur das andere Hofgesinde hörte zu und hatte kein Verständnis…

Das ist nur eines von vielen Beispielleben,
in denen du deine Kreativität nicht leben konntest.

Heike, Seelen stammen aus unterschiedlichen Aspekten Gottes.
Deshalb ist das Ziel der Schöpfung, all diese Aspekte,
die in ganz unterschiedlichen Maß im Menschen innen liegen, zusammen zu fügen.

Dein Aspekt ist die Kreativität.
Es ist der Aspekt der „Schöpferidentität“!
Ich erschaffe und ich transformiere…
Ich erhöhe, was niedrig ist…
Im Gefolge entsteht Schönheit, Vortrefflichkeit
in vielen, vielen Bereichen der Kunst.
Ja, die Kunst zu malen, zu schreiben, zu gestalten und alles Weitere.

Seelen wie du erschaffen stets IRGENDWAS, sie können nicht anders.
Es sei denn, Gewalt hindert sie daran.
Die Armut, von der deine Seele glaubte,
sie müsse sie ertragen, um Gott wertvoll zu sein,
war eine Art von solcher Gewalt.

Es gehört nicht viel Fantasie dazu,
dass du in diesem Leben als Marieliese vom Glauben nichts wissen wolltest.
Aber dass du voller Tatendrang warst.

So viele Möglichkeiten, die du nun umsetzen konntest?
Hm…
Nun ja: nicht ganz.
Denn du hattest zwar den Blick, das Verständnis für das,
was vortrefflich ist, aber nicht das Talent, um selbst tätig zu werden.

Du liebtest perfekte Literatur.
Du hattest ein hervorragendes Verständnis für die Kunst der rechten Worte,
aber nicht das Talent, dies umzusetzen.

Genauso war es mit Musik, mit Malerei, Innenarchitektur, Modedesign.
Warum nur?

Ja, weißt du, das lag daran, dass deine Seele immer noch
an die heiligende Wirkung des Mangels glaubte!
Nun war es kein Mangel an Geld oder Raum, aber an Talent!

Ist das zu fassen?!
Wie kann das sein, dass eine Seele, deren größter Schatz der ist,
kreativ zu sein, sich ohne jedes Talent ins Leben bringt?
Welchen Grund hat sie dafür?

Wie immer, wenn es um Unvollendetes im Menschen geht:
Die Ursache war ANGST!
Marieliese hatte ANGST, zu leuchten.
Ihr war es, als würde sie damit den Zorn Gottes auf sich ziehen.
Dessen Existenz leugnete sie zwar verstandesmäßig,
dessen war sie sich aber im Innersten durchaus bewusst.

Was für ein Gott? Hm?
Ein neidischer Gott!
Daran – an dieser Fehlwahrnehmung – hatte sich gar nichts geändert.
Der Gott von Marieliese war ein alter, neidischer, geiziger Potentat geblieben.
Daran hatte sich gar nichts geändert.
Damit er ihr nicht gefährlich wird, musste sie Opfer bringen.
In vergangenen Leben waren es Opfer der Möglichkeiten, ihr Talent umzusetzen.
Nun war es das Opfer des Talentes selbst.

Ja… huh!

Wie das kommt, dass Seelen solch absurde Gottesvorstellungen behalten?
Erfahren sie nicht jenseitig, dass sie sich im Irrtum befinden?
Doch, sie bekommen das Angebot, sich von ihrer Angst, ihrem Urteil zu befreien.
Aber dazu gehört der Mut, auf den eigenen Irrtum zu schauen.

Sie müssen bereit sein, Gott wahrzunehmen, wie er IST.

Aber sie fürchten, dass er dann auf sie schaut und sie unter seinem Blick vergehen,
zu einem Nichts werden.

Was Marieliese also eigentlich suchte
wie in allen Inkarnationen der letzten Jahrhunderte vor ihr,
war der wohlwollende Blick Gottes auf ihr Selbst.

Sie hat den nicht gefunden.
Weil sie ihn nicht in SICH gesucht hat.
Sie hat ihn Außen gesucht!
In der Liebe der anderen zu sich und zu dem,
was sie tat und real werden ließ.

Sie hat bekommen, was sie da außen finden KONNTE:
Menschliche Anerkennung, auch menschliche Liebe.
Aber eines eben nicht: Gottes Liebe!

Menschliche Anerkennung, die stellt Bedingungen!
Um sie zu bekommen, muss man tätig sein.
Man muss aktiv wirken und natürlich dabei auch gesehen werden.

Menschliche Liebe?
Ja, auch sie stellt Bedingungen.
Selbst die Liebe des Babys zur Mutter braucht,
um fließen zu können, die erlebte Zuwendung der Mutter.

Menschen sind nun einmal Teil der Natur der Erde.
Da ist immer alles abhängig von Bedingungen, auch die der Liebe.
Es gibt immer ein WENN/DANN Deal.

Um eine Wirkung zu erzielen, muss man Ursachen realisieren.

Nur Gott steht bedingungslos zu seinen inkarnierten „Kindern“.
Aber diese Art der Liebe ist dem Menschen völlig fremd.
Sie ist zu groß, um nachvollziehbar zu sein.

Die meisten Menschen sehen in dem, was sie über Gott glauben,
einen harten Kritiker.
Da ist es ganz egal, welchen Glauben sie haben.

Selbst wenn sie meinen, gar keinen Glauben zu haben,
dann ist ihr wissenschaftliches „Weltbild“ der harte Kritiker.
Der Kritiker, der darüber urteilt,
ob ihre Existenz noch das Recht hat, zu sein oder nicht.

Es wird so viel über Liebe geredet als Weg zur Vervollkommnung.
Aber ehe ein Mensch vollendete Liebe geben kann,
muss er sie genommen haben.

Er muss aufhören,
an einen harten, neidischen, unbarmherzigen Gott
zu glauben.
Egal, welchen Namen er diesem Gott gibt.

Ohne dass er diese unbedingte Liebe zu seinem Selbst ertragen kann,
wird das nur Stückwerk sein, was er an Liebe in der Welt wirkt.
Und das kann er nur dann, wenn er aufhört,
sich vor seinem Sosein zu fürchten.

Wenn er aufhört, seine „Mängel“ zu bedauern.
Wenn er aufhört, seine Bedürftigkeit als beschämend zu empfinden.
Und wenn er aufhört, sich als unvollkommen zu betrachten.

Aber ja, ja: Ihr seid unvollkommen.
Aber ja, ja: Ihr seid vollkommen.
Beides ist wahr.

Aus Gottes „Sicht“ ist das kein Paradoxon.
Denn eure Aufgabe ist nie die absolute Vollkommenheit,
sondern eine Ergänzung zu sein.

Jeder Einzelne ist im Leben berufen dazu,
die heilende Ergänzung des Mangels anderer Wesen zu sein.
Und diese anderen Wesen sind berufen,
den eigenen Mangel durch ihren Teil Vollkommenheit zu füllen.
Sodass alles EINS ist.

Aber dieses Bewusstsein ist so groß, dass nur Kinder es ertragen.
Bis dann angefangen wird, ihnen beizubringen, was Scham ist.
Wäre dies nicht so, es wäre eine vollkommene Welt, in der du lebst.

Wer sich seines Soseins schämt, der versucht,
die Ursache zu bekämpfen, zu verbergen, zu leugnen gar.

Aber so sehr er auch um Erlösung kämpft, er sucht sie vergeblich.
Es sei denn, er selbst macht Frieden mit dem Umstand,
NICHT und NIEMALS absolute Vollkommenheit zu erreichen.

Und er macht Frieden damit, dass es nicht nur sein Talent (was immer es sei),
sondern auch sein Defizit braucht, damit alles zueinander gefügt sein darf.

Dies ist eine Wahrheit, der nicht so leicht gefolgt werden kann.

Gott IST ALLES!
Alles, was aus ihm ist – also auch ihr – ist gegensätzlich.
Euer Licht hat immer auch einen Schatten,
eure Liebe immer auch eine Stelle der Ausschließung von Liebe.

Euer Talent hat immer auch einen Mangel.
Was immer und wie immer ihr seid:
Ihr seid stets „sowohl / als auch“.

Sieh dich um, liebste Freundin:
Die ganze Schöpfung beruht auf diesem Prinzip.
Wenn du sagen kannst, was und wer etwas ist,
sagst du gleichzeitig, was und wer etwas NICHT ist.

Was immer etwas KANN, sagt gleichzeitig aus,
was es nicht sein kann.

Und das NICHT wird nie überwunden aus sich selbst heraus,
sondern ist des Ergänzenden bedürftig.
Dich diesem anderen Betrachtungsprinzip zu nähern,
ist Sinn deines Lebens.
Ich bin sehr dankbar, dass ich mit dir heute darüber reden darf.

Heike ist nicht nur für das geliebt, was sie IST an Stärken.
Sondern auch, was sie ist an Schwächen.
Es wäre wunderbar, würdest du den Mut haben,
dies ganz tief in dir zuzulassen.

Das Einzige, was dich trennt von deinem göttlichen inneren Kind, ist:
Die Scham über das, was dieses Kind NICHT ist und nie sein kann.
Nichts, was von Außen käme,
könnte dir diese Hinwendung zu dir je ersetzen.

Denn die Liebe, die dir außen geschenkt wird,
ist stets eine Belohnung für das, was von dir erwünscht ist.

Dein göttliches Kind in dir braucht keine Belohnung!
Alles, was es aus sich heraus schafft,
ist schon durch den Prozess des Erlebens Belohnung.

Aber es braucht auch keine Bestrafung!
Denn alles, was es nicht kann und nie können wird,
ist die Möglichkeit des ganz Anderen da außerhalb von dir,
dir seine Größe zu schenken.

Jetzt sollte ich schließen, vermute ich?

Uta. Ja, es sei denn, du möchtest noch etwas zu Marieliese sagen?

Josephine. Ah ja? Ja sicher.
Marieliese wurde nicht alt.
Sie starb 1938 an Malaria, die sie sich auf einer Safari zugezogen hatte.
Weniger offiziell hieß es: Sie starb an Melancholie.
Denn trotz aller Bewunderungen,
trotz aller mehr oder weniger großen Lieben durch Männer,
trotz aller Freundschaften, trotz aller Dankbarkeiten:
Die Liebe der Anderen war nicht bedingungslos…

Eine Traurigkeit hatte sich breitgemacht in ihrem Innersten.
Eine ungute, vermeintliche Gewissheit,
auch in diesem Leben nicht gut genug zu sein,
um glücklich sein zu dürfen.

So sehr ich dich liebte, ja verehrte:
Diese bedingungslose Liebe, die konnte ich dich nicht spüren lassen.
Wie soll man das tun bei einem Menschen,
dessen ganzen Streben ist, vollkommen zu sein?

Uta. Danke, Josephine, darf ich dir jetzt noch Heikes Fragen stellen?

Josephine. Ich denke, ich habe schon geantwortet, aber das wird sie merken.

Stell mir ihre Fragen, es ist in Ordnung.

Uta. Sie fragt, wer du bist.
In welcher Beziehung du zu ihr stehst?

Josephine. Deine Freundin, mitunter deine Inspirationen, auch deine Intuition.
Mitunter, nicht immer.
Ich bin diejenige, die dich stärkt, bisweilen schützt, um dein Ziel zu erreichen:
dich zu lieben UNABHÄNGIG von Bestätigungen durch Umstände oder durch andere.

Soweit es möglich ist, dich zu einer bedingungslosen Liebe führen zu dir.
Nein, keine Angst: nicht zu einer blinden Liebe.
Das wäre ja fatal.

Uta. Außerdem möchte sie wissen, welche Ziele und Aufgaben sie hat
und worauf sie achten muss?

Josephine. Heike, dazu habe ich viel gesagt
und doch erscheint es mir zu wenig.

Zu wenig zu sagen, ist gefährlich, weil man das, was man sagt,
der Deutung des Hörers überlässt.
Zu viel zu sagen auch, weil er dann nicht mehr zuhört
und das Gesagte zu seinem Eigenen machen kann.

Deshalb an dieser Stelle:
Achte darauf, dich deiner Defizite nicht zu schämen,
sie sind auch ein Geschenk.
Wer niemals klein ist, der schenkt denen,
die seine Kleinheit ergänzen können, nicht den Raum für ihre Größe.

Versuche weiterhin, Zeiten der Stille zu pflegen.
Es ist laut um dich, aber auch laut in dir.
Der unermüdliche Verstand in dir erklärt und erklärt, fragt und fragt…
Lass es trotz seines ewigen Treibens möglichst täglich –
und sei es nur für 15 Minuten – dennoch still werden.
Höre ihm einfach nicht zu.

In solcher Stille findest du mich und dich und Gott und Frieden.
Und Liebe, die größer ist als alles, was dein Verstand weiß.

Sei, was das angeht, nicht zu nachlässig! Bitte.

Uta. Sie schreibt: Innerhalb meiner Familie
und sozialen Umgebung gibt es verschiedene Konflikte.
Welches sind die Ursachen und wie kann ich sie lösen
oder meinen Familienmitgliedern helfen?

Josephine. Liebling, aber du KANNST sie nicht lösen!
Sie gehören zu dem, was diese Menschen zu lernen haben.
Helfen kannst du, indem du wahrhaftig bleibst.
Das ist alles!
Ob sie auf dich hören können oder nicht,
das liegt nicht bei dir.

Vergiss bitte nicht:
Auch sie haben ihre Guides, ihre Inspiration, Intuition …
Sei einfach wie ein Navi:
Das Ziel wurde eingegeben und es bieten sich drei Fahrmöglichkeiten.
Aber das hindert den Fahrer nicht,
einen vierten, fünften, sechsten Weg zu versuchen, oder?

Der Mensch ist wirklich mehr als das, was er versteht.
Er ist auch das, was er kann und was er nicht kann.
Daran kannst du nichts ändern.

Deine Aufgabe ist es, wahr zu sein,
auch was DEINE Gefühle bei dem Ganzen angeht.
Wahr zu dir und wahr zu ihnen.
Was sie damit anfangen, liegt nicht bei dir.

Uta. Sie fragt: Könnte ich die Orte meines früheren Lebens mal besuchen?

Josephine. Ich wüsste nicht, was dich daran hindert? (Lächelt.)

Uta. Letzte Frage: Ich habe ein Buch geschrieben, in dem eine Katastrophe vorkommt.
Ich möchte nichts beschwören.
Kann ich es so lassen?

Josephine. Solange DU glaubst, dass du damit etwas beschwörst?
Nein.
Dann solltest du wahrscheinlich etwas Komödiantisches schreiben…
Das tust du aber nicht, dazu bist du nicht inspiriert.

Heike, du verstehst die Zusammenhänge noch nicht.
Du schreibst weite Teile in Inspiration.
Das heißt: unter der Wirkung des geistigen Kollektivs der derzeit lebenden Menschen.
Und unter der Wirkung deines tiefen Selbstes, aber auch von mir…
Nur so schreibst du WAHRES.

Aber du bist NICHT die Magierin.
DAS nicht.
Wirklich nicht.
Du DIENST, wenn du schreibst.
Du bist Mittlerin, sofern das, was du schreibst, inspiriert ist.

Nun entscheide du, ob du es so lässt.
Deine Entscheidungen darf ich dir nicht abnehmen.
Ich darf dir nur den Blick auf die Wirkungen öffnen.

Uta. Danke, damit sind wir am Ende.

Josephine. Ich danke dir, es war schwer, ich weiß.

Uta. Es war eine Freude für mich!